Wann gilt eine Corona-Erkrankung als Arbeitsunfall?

Veröffentlicht von Marco Odenwälder am

Corona Erkrankung ein Arbeitsunfall?

Seit dem Ausbruch der Pandemie beeinflusst Corona nicht nur unser Privatleben, sondern auch die Arbeitswelt. Während eine Vielzahl der Menschen aktuell im Homeoffice beschäftigt ist, gehen andere nach wie vor täglich in den Betrieb. Damit haben sie eine erhöhte Gefahr sich mit Covid-19 zu infizieren, doch wann gilt eine Corona-Infektion eigentlich als Berufskrankheit oder als Arbeitsunfall?

Damit eine Corona Erkrankung als Arbeitsunfall angesehen werden kann, ist immer eine Prüfung des Einzelfalls notwendig. Dabei muss mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt werden:

  • Ein längerer, intensiver Kontakt zu einer sogenannten Indexperson. Eine Indexperson ist eine Person mit dem ein direkter Kontakt besteht, z.B. ein direkter Bürokollege. Eine Begegnung beispielsweise auf dem Büroflur reicht nicht aus.
  • Eine hohe Anzahl infizierter Personen im Betrieb oder der Einrichtung.
  • Eine nachweisliche Ansteckung auf dem Arbeitsweg.

In allen Fällen muss allerdings überprüft werden, ob die Infektion gegebenenfalls auch auf private Kontakte zurückzuführen ist.

Im Gegensatz dazu zählen Infektionen, die auf das Besuchen der Kantine oder auf Gemeinschaftsunterkünfte zurückzuführen sind, nicht als Arbeitsunfall. Gleiches gilt für die Infektion im Homeoffice.

Corona Ansteckung durch eine Erste-Hilfe-Leistung

Auch in Zeiten der Pandemie muss im Ernstfall Erste Hilfe geleistet werden. Infiziert man sich hierbei mit Covid-19 gilt die Infektion als Arbeitsunfall und unterliegt damit der gesetzlichen Unfallversicherung. Allerdings ist es notwendig die Erste-Hilfe-Leistung als Versicherungsnachweis im Verbandbuch zu dokumentieren.

Corona als Berufskrankheit

Eine Erkrankung mit Covid-19 kann als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn die infizierte Person im Gesundheitsdienst, der (Wohlfahrts-)Pflege oder einem Laboratorium arbeitet, denn hier ist die Gefahr einer Ansteckung, beispielsweise durch direkten Patientenkontakt, sehr hoch.