Beinaheunfälle

Wie man sie meldet und aus ihnen lernen kann

Inhalt

  1. Definition Beinaheunfall
  2. Die Unfallpyramide
  3. Prozesse etablieren
  4. Beinaheunfälle zuverlässig dokumentieren

Definition Beinaheunfall

Eine rechtsgültige Definition des Begriffs Beinaheunfall gibt es nicht. Allgemein hin wird darunter jedoch ein Ereignis verstanden, von welchem ein Gefahrenpotential ausgeht, ohne einen Personenschaden zur Folge zu haben. Je nach Definition können auch unsichere Zustände mit hinzugezählt werden. Diese sind zwar keine konkreten Ereignisse, bergen aber dennoch Gefahrenpotentiale, die zu einem Arbeitsunfall führen können, sofern sie nicht beseitigt werden.

Die Definition der DGUV dazu lautet wie folgt:

„Ein Vorfall oder eine Folge von Vorfällen, die zu keiner Verletzung geführt hat, die jedoch unter geringfügig anderen Umständen dazu hätte führen können.“

Ob aus der Ereignisfolge ein Beinaheunfall oder ein Arbeitsunfall entsteht, hängt demzufolge nicht zuletzt vom Zufall ab. Fällt ein Produkt durch unsachgemäße Einlagerung aus dem Hochregal, kann man von Glück sprechen, wenn niemand davon getroffen wird. Das Beispiel zeigt jedoch, dass aus Situationen ohne Folgen schnell auch schwere Arbeitsunfälle entstehen können, die es dringlich zu vermeiden gilt. Beinaheunfälle zu erfassen, auszuwerten und zu verhindern kann sich somit äußerst positiv auf das Unfallgeschehen im Unternehmen auswirken.

Prozesse etablieren

Die Unfallpyramide zeigt, dass das Erfassen und Auswerten von Beinaheunfällen ein integraler Bestandteil der Arbeitssicherheit ist. Gewisse Grundvoraussetzungen müssen dazu im Betrieb allerdings geschaffen werden. Dazu gehört, dass das Dokumentieren eines solchen Ereignisses nicht sanktioniert wird. Eine offene Fehlerkultur ist wichtig, denn nur wenn Transparenz über Gefährdungssituationen herrschen, können Ursachen ermittelt und behoben werden. Ein Vorreiter in dieser Hinsicht ist die Luftfahrtindustrie. Hier ist eine Fehlerdokumentation nicht nur erwünscht, sondern gefordert.
Des weiteren müssen Prozesse implementiert werden, die eine solche Dokumentation überhaupt erst ermöglichen. Dass ein Arbeitsunfall in das Verbandbuch gehört, ist den meisten Beschäftigten wahrscheinlich bewusst, da dies mittlerweile in allen Unternehmen ein Standard ist. Ob und wenn ja wo genau ein Beinaheunfall dokumentiert werden muss wird jedoch in unterschiedlichen Firmen verschieden gehandhabt. Ein entsprechender Prozess muss somit nicht nur implementiert, sondern auch unmissverständlich kommuniziert werden.

Die Unfallpyramide

Unfallpyramide

Eine im Arbeitsschutz häufig aufgezeigte Grafik ist die der Unfallpyramide.

Die Idee dahinter ist, dass Arbeitsunfälle, insbesondere solche mit gravierenden Folgen, nur die Spitze des Eisbergs sind. Ein solches Ereignis bekommen die meisten Beschäftigten im Betrieb mit. Meist werden auch entsprechende Rückschlüsse gezogen. Unter der Oberfläche jedoch geschehen eine ganze Reihe kleinerer Beinaheunfälle, die entweder nicht gemeldet oder nicht ausreichend thematisiert werden. Da sie häufiger auftreten sind sie jedoch eine bessere Metrik für die Fehlerkultur und das allgemeine Gefahrenpotential im Betrieb als seltene, schwerwiegende Arbeitsunfälle.

Eine Vielzahl Beinaheunfälle wird unweigerlich früher oder später zu Arbeitsunfällen führen. Nach Frank E. Bird kommen auf 600 Beinaheunfälle 30 leichtere, 10 schwerere und ein tödlicher Arbeitsunfall.
Des weiteren müssen Prozesse implementiert werden, die eine solche Dokumentation überhaupt erst ermöglichen. Dass ein Arbeitsunfall in das Verbandbuch gehört, ist den meisten Beschäftigten wahrscheinlich bewusst, da dies mittlerweile in allen Unternehmen ein Standard ist. Ob und wenn ja wo genau ein Beinaheunfall dokumentiert werden muss wird jedoch in unterschiedlichen Firmen verschieden gehandhabt. Ein entsprechender Prozess muss somit nicht nur implementiert, sondern auch unmissverständlich kommuniziert werden.

Beinaheunfälle zuverlässig dokumentieren

Beinaheunfall in der Verbandbuch App dokumentieren

Um dies möglichst einfach zu gestalten, besteht in der Verbandbuch App neben der Dokumentation von Arbeitsunfällen und Erste-Hilfe Leistungen auch die Möglichkeit zur Erfassung eines Beinaheunfalls.

Eine Dokumentation kann somit im Handumdrehen von überall aus erfolgen. Da eine Zentralisierung der Daten automatisch passiert, können Auswertungen mit geringem Aufwand erstellt werden. Die Anwendung kann somit ein zentrales Element im Fehlermanagement des Betriebs werden und für ein kontinuierlich sicherer werdendes Arbeitsumfeld sorgen.

Testen Sie die App kostenlos und unverbindlich, als native App oder als Web Anwendung für den Desktop PC. 

      

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